Wissenswertes

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Daunen

Das Feinste vom Feinen! Nur von Gans oder Ente. Aus einem kaum sichtbaren Kern wächst strahlenförmig seidenweiches Haar heraus, mit feinsten Verästelungen, die eine Menge Luft speichern.

Gänsedaunen und Entendaunen sind voneinander kaum zu unterscheiden. Die Gänsedaune ist im allgemeinen etwas größer. Aber es gibt Entenarten, die ebenfalls große Daunen liefern. Auf die Unterscheidbarkeit kommt es auch nicht an. Beide Daunen – von Gans und Ente sind gleich gut. Damit Sie einmal staunen können: Eine Daune wiegt nur 0,001-0,002 Gramm. Von den kleinsten gehen tausend Stück aufs Gramm. Ein Kilo wäre schon eine Million Daunen!

Eiderdaunen

Sie stammt von der Eiderente (Somateria mollissima), die an den Küsten der nördlichen Meere wohnt. Ihr lateinischer Name bedeutet soviel wie ‚“die mit dem molligsten Körper“. Die Biologen des vorigen Jahrhunderts haben also gleich das entscheidende Merkmal erkannt.

Die Eiderdaune ist besonders groß. Das liegt an dem rauen nordischen Klima. Das asiatische Geflügel lebt in wärmeren Zonen. Deshalb sind dort die Daunen kleiner. Große Daunen haben mehr Füllkraft und sind deshalb wertvoller. Da die Eiderdaune zudem relativ selten ist, hat sie einen hohen Preis. Die Eiderdaune ist trotz ihrer Größe noch leichter und feiner als die normale Gänse- oder Entendaune. Durch Häkchen am Ende der Daunenbeine bildet sich immer eine zusammenhängende Daunenflocke, wenn man mit spitzen Fingern aus einer größeren Menge Daunen einige herausziehen will. Eiderdaunen scheinen nahezu gewichtslos zu sein. Streckt man mit geschlossenen Augen die Hände aus und lässt sich auf eine von beiden Händen Eiderdaunen legen, dann spürt man nur an der eintretenden Erwärmung, auf welcher Hand die Daunen liegen.

Einschütte

Dieses daunendichte Gewebe wird in Leinwandbindung, der ältesten Verkreuzungsart von Fäden, hergestellt. Grundsätzlich werden nur hochwertige, gekämmte, fein ausgesponnene Baumwollgespinste verwendet in den Nummerbereichen Nm 70 bis Nm 100, in Ausnahmefällen bis Nm 135.

Mitunter trifft man für den Namen Einschütte auch die Bezeichnung Cambric an, oder man spricht von Daunenperkal, wenn es sich um bedruckte Einschütte handelt.

Entenfeder

Sie ist stark gebogen, klein und zierlich. Nach oben läuft sie strahlenförmig oder spitz zu. Der Flaum ist eher spärlich. Im Aussehen schwankt sie zwischen matt und schillernd.

Federn und Daunen

Nur Federn und Daunen von Gänsen und Enten sind als Bettenfüllung geeignet. Allerdings ist ihre Hauptfunktion bei diesen Tieren – durch Einfetten des Gefieders – das Wasser abzustoßen.

Vögel plustern sich deshalb bei Kälte auf, um so eine isolierende Luftschicht zu bilden, die gegen Kälte schützt. Unzählige Federn überlagern einander wie Dachziegel.

Unter dem Schutz der Deckfedern befinden sich flaumige Daunen, die ein zartes, wärmendes Polster bilden.

Deshalb ist es bei Feder/Daunenfüllungen wichtig, dass der Daunenanteil besonders hoch ist. Nur so ist die Füllung locker und kann ein wärmendes Luftpolster bilden.

Je leichter und bauschiger die Federn sind, desto besser ist die Füllung. Am besten sind reine Daunenfüllungen. Allerdings halten die vielen Verästelungen und Härchen der Federn und Daunen die Feuchtigkeit länger fest als Wolle oder synthetische Fasern. Bei minderen Füllungen sind die Federn zu schwer und liegen zu dicht aufeinander.

Deshalb kann ein Wärme- und Feuchtigkeitsstau entstehen, ebenso durch schwer luftdurchlässige Bezugsstoffe. Hühnerfedern sind als Bettenfüllungen nicht geeignet.

Federn

Nicht alle Federn sind gleich. Im Aussehen und in der Qualität gibt es Unterschiede. Als Bettfedern am besten geeignet sind die Federn des Wassergeflügels, also Gans und Ente.

Alle Federn haben das gleiche Bauprinzip. In der Mitte ist der hohle Kiel. Nach beiden Seiten zweigen haardünne Äste ab, die in ihrer Gesamtheit die Fahne bilden.

Unter dem Mikroskop kann man sehen, dass die Seitenäste noch weitere Verzweigungen haben. Das sind die Strahlen. Die Feder ist also etwa wie ein Tannenzweig gebaut. Nur unendlich viel feiner. An den Enden der Strahlen befinden sich winzig kleine Haken und Bogen. Sie wirken wie ein Reißverschluss. Man kann die Fahne spalten und mit etwas Geschick wieder „nahtlos“ zusammenfügen. Wie mit einem Reißverschluss.

Füllkraft

Wenn ein Auto gut gefedert ist, wenn eine Federkernmatratze angenehmem federt – dann hat das zunächst ja überhaupt nichts mit Bettfedern zu tun. Gemeint sind Federn aus Stahl. Und trotzdem besteht da eine Sinnverwandtschaft. Denn die Bettfeder gab der Stahlfeder den Namen. Weil nämlich die Bettfeder so wunderbar federt.

Sie ist elastisch. „Federelastisch“, wie der Fachmann sagt. Es gibt eben keinen besseren Begriff für das, was die Feder kann. Eine Handvoll Federn kann man tausendfach zusammendrücken. Sie federn immer wieder zurück und bilden ungezählte neue Hohlräume. Die Elastizität der Federn im Bett oder im Kissen wird als „Füllkraft“ bezeichnet. „Füllkraft“ gibt dem Bett oder Kissen sofort die ursprüngliche Form zurück, wenn es zusammengedrückt war und der Druck dann wieder nachlässt.

Selbst ein Elefant ist nicht imstande, ein Federbett nachhaltig zusammenzudrücken. Steht der Jumbo auf, kommt auch das Bett wieder hoch. So viel Spannkraft hat die Bettfeder. Und diese Spannkraft bleibt viele Jahre lang erhalten.

Gänsefeder

Der Kiel der ausgewachsenen Gänsefeder ist stumpf und rund. Die Feder ist stark gebogen und in der Form gedrungen. Vorn sieht sie aus wie abgeschnitten. Am unteren Teil hat sie oft einen reichen Flaum. Die Gänsefeder ist mattglänzend.

Inlett / Einschütte

Bettfedern und Daunen müssen von einer Hülle umschlossen sein. An diese Hülle werden während  des Gebrauchs hohe Anforderungen gestellt, die von Inlett, Einschütte und daunendichtem Satin auf Grund ausgefeilter Fertigungsmethoden erfüllt werden.

Die genannten Gewebe müssen feder- und daunendicht, aber auch luftdurchlässig sein. Diese beiden Forderungen sind auf den ersten Blick schwer miteinander zu vereinbaren. Die Gewebe müssen so dicht sein, dass sich auch die feinsten Federn nicht hindurcharbeiten können. Andererseits müssen sie die Luft frei durchlassen. Sonst kann die Feder ihre Funktion nicht erfüllen.

Inlett, Einschütte und daunendichter Satin werden diesen Anforderungen gerecht.

Für diese Gewebe bildet Baumwolle die wesentliche Rohstoffgrundlage, die zu feinstem Garn versponnen wird. Länge und Feinheit der Faser, Kräuselung, Glanz und Farbe bestimmen die Güte des Garnes. Verarbeitet werden nur langstapelige Baumwollsorten.

Inlett besteht, wie jedes Gewebe, aus Kett- und Schussfäden, die beim Weben rechtwinklig zueinander verkreuzt werden. Die Köperbindung hat sich als besonders geeignet erwiesen. Bei ihr kommt das weichere, voluminösere Schussgarn zu zweit Dritteln auf die linke Seite, die später die Innenseite des Bettes wird.

Die Köperbindung ermöglicht hohe Fadendichten bei hervorragender Stabilität. Das auf der Innenseite liegende Schussgarn bewirkt eine feine Verfilzung der Gewebefläche, die durch Füllungsteile noch verstärkt wird, so dass die ohnehin hohe Gewebedichte noch erhöht wird. Je nach Verwendungszweck kommen bei den einzelnen Inlettqualitäten 75 bis 120 Fäden auf den Quadratzentimeter. Die dichten Einstellungen bewirken auch die Federn- und Daunendichtheit, so dass man auf Füllappretur verzichten kann, die sich im Gebrauch ohnehin verlieren würde.

Einschütte wird in Leinwandbindung gewebt. Durch den Einsatz besonders feiner Garnnummern ist es möglich, die Gewebeporen so fein zu halten, dass ein Durchdringen von Daunenteilen verhindert wird. Die Gewebekonstruktion, die verwendeten feinen Garne und das niedrige Gewicht der Einschütte verlangen eine Füllung aus Daunen und/oder ausgereiften fedrigen Daunen.

Der daunendichte Satin ist, wie der Name bereits sagt, ein Gewebe in Satinbindung, das durch einen hohen Anteil an Kettfäden eine besonders elegante, leuchtkräftige rechte Seite erhält. Die Satinbindung ermöglicht und erfordert einen hohen Materialeinsatz, woraus sich der gegenüber der Einschütte und dem Inlett höhere Preis ergibt.

Inlett

Inlett ist ein Baumwollgewebe mit einer Kettköper-Bindung 2/1. Das bedeutet, der etwas weicher gedrehte Schussfaden geht unter zwei Kettfäden durch und über den dritten hinweg, so dass die glatten und etwas härter gedrehten Kettfäden das Oberflächenbild der rechten Warenseite bestimmen. Das auf der Innenseite liegende, etwas weichere Schussgarn bewirkt beim Gebrauch in Verbindung mit Federn- und Daunenteilchen eine feine Verfilzung an der Unterseite des Gewebes, so dass die ohnehin vorhandene Gewebedichte noch erhöht wird.

Naturprodukt

Mit Gänsen und Enten ist die Natur gnädig verfahren. Ihr Federkleid bewahrt sie vor Kälte. Noch im strengsten Winter scheuen sie nicht davor zurück, aufs Wasser zu gehen, wenn sie irgendwo eine eisfreie Stelle finden. Die Federn halten sie warm. Die Körpertemperatur sinkt nicht ab.

Asiatische Wissenschaftler haben festgestellt, dass Enten und Gänse eine Temperatur von minus 110°C unbeschadet vertragen, während z.B. ein Eisbär „schon“ bei minus 80°C nicht überlebt.

Die Erklärung dafür gibt uns die Physik. Die Hornsubstanz der Feder ist ein schlechter Wärmeleiter. Das heißt, sie speichert die Wärme, die sie einmal aufgenommen hat. Federn und Daunen fühlen sich immer „warm“ an. Der schlechteste Wärmeleiter überhaupt ist die Luft. Hier hat etwas „Schlechtes“ endlich einmal seine guten Seiten. Luft ist eine wirksame Bremse für den Wärmeabfluss. Im Doppelfenster, im Hohlziegel und in der doppelten Wand der Thermosflasche sorgt das Luftpolster dafür, dass die Wärme konserviert wird.

Mit der Bettfeder hat die Natur ein wunderbares System von kleinsten Luftkanälen geschaffen. Sie sind gegeneinander noch durch gleichfalls wärmedämmende Hornsubstanz isoliert. Auch damit war die Natur noch nicht zufrieden. Sie hat die Bettfeder außerdem noch stark gebogen. Liegen nun mehrere Federn übereinander, so entstehen dadurch zusätzliche Hohlräume, die mit wärmedämmender Luft gefüllt sind. Kein Wunder also, wenn der Körper gegen Schwankungen der Außentemperatur ideal geschützt ist, wenn ihn ein Federbett bedeckt. Oder eben doch – ein Wunder der Natur!

Pflege

Es gibt nur wenige Gebrauchsgegenstände, die so intensiv benutzt werden und zugleich so wenig Pflege verlangen wie das Federbett. Schon für Aufschütteln und Lüften, was ja selbstverständlich ist, zeigt es sich viele Jahre lang dankbar.

In größeren Zeitabständen sollte die Füllung in einem Bettenfachgeschäft gereinigt werden.

Diese Arbeit überlässt man am besten dem Fachmann.

Aufschütteln lockert die Füllung und schafft neue Luftträume. Das ist, wie wir schon wissen, die wesentliche Voraussetzung für den Klima-Ausgleich im Federbett/Daunenbett. Ein Federbett/Daunenbett sollte täglich aufgeschüttelt werden.

Lüften sorgt für den Abtransport der Nachtfeuchtigkeit. Bei trockenem Wetter freut sich das Federbett/Daunenbett besonders, wenn es eine bis zwei Stunden auf dem Balkon oder im Fenster liegen kann. Die pralle Sonne sollte aber gemieden werden. Bei Nebel und Regen bleibt es lieber – im Bett.

In dunstig-feuchten Zimmern werden ungelüftete Federbetten/Daunenbetten mit der Zeit klamm. Feucht und abgeschlafft liegt die Feder/Daune in ihrer Umhüllung und kann ihre Aufgabe nur noch schwerlich erfüllen. Ein feuchter Raum sollte niemals Schlafraum sein.

Satin

Bei daunendichtem Satin handelt es sich um einen Schuß-Satin, bei dem der Schussfaden über vier Kettfäden hinweg und unter dem fünften hindurch geht. Aufgrund der offenen Bindung muss die Gewebekonstruktion so beschaffen sein, dass noch mehr Kett- und Schussfäden per cm² verwendet werden als bei Inlett und Einschütte.

Unterschied zwischen Enten- und Gänsefedern

Für Ober- und Steppbetten sind nur die Deckfedern und Daunen der Gänse und Enten interessant. Die Flügel- und Schwanzfedern sind ungeeignet: Sie sind zu schwer und haben einen zu harten Kiel. Gänsefedern sind runder, oben breiter und insgesamt größer und kräftiger als Entenfedern. Beide Federn sind stark gebogen, bauschelastisch und haben am unteren Ende des Kiels einen weichen und – je nach Qualität – großen oder kleinen flaumartigen Bewuchs.

Die Daunen von Enten und Gänsen sind kaum voneinander zu unterscheiden. Sie sind das zarteste kielfreie Gefieder und haben einen winzigen Kern mit einer seidenweichen Flocke. Sie ähneln einer Schneeflocke. Eine Daune wiegt etwa ein Zehntel einer Feder.

Die Qualität der Füllungen aus Gänse- und Entenfedern bzw. –daunen ist generell gleich gut. Jedoch ist die Qualität der Federn und Daunen abhängig vom Herkunftsland. In Ländern mit kälterem Klima haben die Tiere naturgemäß ein wärmeres Gefieder mit stärkerem Flaumanteil als ihre Artgenossen in wärmeren Ländern. Deshalb ist die Ware aus Osteuropa meistens besser und teurer als Federn und Daunen aus Westeuropa. Heute stammen über die Hälfte aller Bettenfedern und –daunen aus Ostasien, hauptsächlich aus China.

Verarbeitung

In einem hochtechnisierten Arbeitsprozess durchlaufen die Rohfedern die Bearbeitungsstufen „Entstauben“, „Waschen“, „Trocknen“, „Sortieren“; und „Mischen“. Durch den Waschprozess werden Fett, Schmutzteile und Unreinheiten entfernt.

Trocknen und Dämpfen bei mehr als 120° C wirkt zugleich auch desinfizierend. Alle Bakterien, Sporen und Keime werden getötet. Die Bettfedern sind danach absolut keimfrei.

Sortiert werden die Federn in einem Luftstrom, wobei sie – abhängig von Gewicht und Größe – in verschiedene Kammern fallen. Da sich verschiedene Federn in ihren Eigenschaften ergänzen, werden einzelne Sorten hinterher noch gemischt.

Federn und Daunen kommen als lose Ware in den Fachhandel, oder sie werden gleich in den Bettfedernfabriken zu Kissen, Oberbetten, Flachbetten, Daunendecken usw. weiterverarbeitet.